Zwischen Weihnachten und Äpfeln gibt es eine enge Verbindung.  Der heilige Nikolaus – der Bischof von Myra (mehr …) – verteilte zur Weihnachtszeit vergoldete Nüsse und Äpfel an die Ärmsten. Er legte sie Ihnen vor die Tür. Ab 1170 ist der Bratapfel in der Literatur zu finden. Mit der Zeit wurde der Bratapfel zu einem leckeren Weihnachtsdessert. Heute gibt es zahlreiche Rezepte für die Zubereitung von Bratäpfeln.

Christa erzählt uns, wie als nicht Apfelliebhaberin, trotzdem Weihnachten mit Äpfeln genießt.

Ende gut – Apfel gut

Äpfel gelten als lecker und gesund. Sie sollen lt. Internet über 30 Vitamine und Spurenelemente, 100-180 mg Kalium und viele andere Mineralstoffe enthalten.  Außerdem senkt das enthaltene Pektin den Cholesterinspiegel.
„An apple a day keeps the doctor away“. Wer kennt diesen Ausspruch nicht?
Warum kann ich mich nicht bei denen einreihen, die dieses Obst lieben und ihm sogar eine medizinische Heilwirkung zusprechen.
Ganz einfach, sobald ich in einen Apfel beiße, zieht sich bei mir alles zusammen und ich muss mich dazu zwingen ihn aufzuessen.

Zugegeben, wenn ich als Kind Darmprobleme hatte, habe ich gerne geriebene Äpfel gegessen, die meine Mutter mir gab. Ich habe daher das Gefühl, dass die Äpfel früher einfach besser schmeckten. Das bestätigte mir auch heute meine ältere Cousine, die ein großer Apfelfan ist und einige Apfelbäume in ihrem Garten hat. Vielleicht rührt meine Abneigung auch daher, dass ich eine ganz leichte Fructose Unverträglichkeit habe. Aber dann dürfte ich auch keine Weintrauben und Bananen mögen. Ich finde es zudem mühsam, Äpfel zu entkernen und zu schneiden, geschweige denn noch abzuschälen. Vor 30 Jahren habe ich meinen Kindern sogenannte Zauberäpfel gegeben, wobei in der Mitte rundherum Zacken in den Apfel geschnitten wurden und die beiden entstehenden Hälften wieder zusammengefügt werden konnten. Damals war ich allerdings noch geschickter im Schneiden.

Soweit so gut. Das Problem begann damit, dass mein Mann gerne Äpfel isst und deshalb auch ständig welche mitbringt. Seine ständigen Versuche mich dazu zu bewegen auch mal einen Apfel zu essen, scheiterten kläglich. Schließlich war ich bereit, wenigstens ein kleines abgeschnittenes und geschältes Stück zu probieren. Damit hatte mich mein Vater als Kind immer geködert, damit ich gesundes Obst esse. In Gedenken an meinen Vater nahm ich das Apfelstück an, das mein Mann mir hinhielt. Als ich es aß, wusste ich sofort, warum ich keine Äpfel mag. Es schmeckte mir zu säuerlich und wässrig. Ich war nicht zu bewegen, den restlichen Apfel zu essen.

Ich überlegte, wie ich es schaffen könnte, doch noch Äpfel zu genießen.
Da fiel mir wieder meine Kindheit und besonders Weihnachten ein. Meine Mutter bereitete in dieser Zeit häufiger Bratäpfel im alten Ofen zu. Der köstliche Duft zog durch die Küche und vermittelte mir ein behagliches Weihnachtsgefühl. Das war die Lösung! Passend zur Vorweihnachtszeit.

Gesagt, getan. Aus dem Internet lud ich mir ein passendes Bratapfelrezept herunter. Zu meiner Freude fand ich im hintersten Winkel der Küchenschublade einen Apfelentkerner, den ich vor langer Zeit einmal gekauft hatte.Dazu veränderte ich leicht das Rezept:

  • Erst den Apfel (ich glaube es war Boskop) waschen, dann entkernen
    Das Entkernen ging erstaunlich gut, man konnte mit ein wenig Druck direkt das Gehäuse mit den  Kernen herausziehen.
  • Dann den entstandenen Hohlraum befüllen
    Hierzu nahm ich eine Masse aus geriebenen Mandeln, vermischt mit Ahornsirup, ganz wenig  Zitronensaft, einige Schokostreusel und Zimt.
  • Den befüllten Apfel in eine Form stellen (ich nahm eine Kastenform)

und bei 200 Grad auf mittlerer Schiene ohne Vorheizen
30 Minuten backen.

Natürlich kann die Füllung variabel gestaltet werden, je nachdem was man gerade vorrätig hat.

So habe ich einen Weg gefunden, meine Weihnachtsstimmung zu erhalten und die ungeliebten Äpfel trotzdem zu genießen.

Text und Foto
Christa Borowski-Schmitt, Dezember 2020

Euer Team „Beratungsstelle der DMSG Münster“, bitte bleibt gesund und habt eine schöne Zeit!